Andacht to go - Ev.-luth. Kirchengemeinde Wiesens und Brockzetel

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Andacht to go

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"Andacht to go" in Brockzetel

"Andacht to go" in Wiesens

Falls die 100 "Andacht to go" Ausdrucke mit Kerze und etwas zum Naschen schon weg sind, hier gibt es die Andacht auch noch mal als Text ... Kerze und Naschi musst du dir dann selber organisieren ...

„Andacht to go“ – Ostern 2020
 
in Wiesens und Brockzetel
 
 
Moin nach Wiesens und Brockzetel,
 
 
auch in Zeiten von Corona und den geschlossenen Kirchen soll die frohe Botschaft von Ostern in unseren Dörfern bekannt werden.
 
In der Tüte befindet sich außer diesem Text noch eine Kerze, zünde sie an und danke Gott für das Osterfest, auch wenn es in diesem Jahr anders gefeiert wird als du es sonst gewohnt bist. Jesus möchte auch für dich das Licht sein, das dir in deiner Dunkelheit, in deinen Ängsten und Sorgen, in deinen Schwierigkeiten helfen möchte, damit es heller wird und du zuversichtlicher wirst. So habe ich für uns alle in diesem Jahr in Wiesens eine neue Osterkerze angezündet. Sie soll uns in den Zeiten, wo die Corona Pandemie vieles verändert und viele Angst haben, ein Hoffnungslicht sein für jetzt und die kommende Zeit. So sei auch deine Kerze eine, die dir Hoffnung und Licht geben soll.
 
 
Sprich ein Gebet, du kannst entweder ein eigenes formulieren oder dieses hier nehmen:
 
Herr, unser Gott,
 
Ostern, das ist der Aufstand des Lebens gegen den Tod.
 
Doch noch ist der Tod bei mir – und mein Leben ist vom Tod gekennzeichnet.
 
Ostern, das ist der Aufstand der Freude gegen das Leid.
 
Doch noch ist das Leben auch vom Leid gekennzeichnet.
 
Zurzeit kann ich das Neue nur erahnen und ganz leicht spüren.
 
Doch ich traue dir zu, dass du alles verwandelst und dein Osterlicht heute für mich und in mir leuchtet.
 
Lass mich erfahren, dass du durch das Leid hindurch Hoffnung und Mut schenkst.
 
Amen
 
 
Lies dir den folgenden Bibeltext aus Matthäus 28,1-10 durch:
 
1 Am Sonntagmorgen in aller Frühe gingen Maria Magdalena und die andere Maria hinaus zum Grab.
 
2 Plötzlich gab es ein starkes Erdbeben, weil ein Engel des Herrn vom Himmel herabkam, den Stein beiseite rollte und sich darauf niederließ.
 
3 Sein Gesicht leuchtete wie ein Blitz, und sein Gewand war weiß wie Schnee.
 
4 Die Wachen zitterten vor Angst, als sie ihn sahen, fielen zu Boden und blieben wie tot liegen.
 
5 Der Engel sprach die Frauen an. »Habt keine Angst!«, sagte er. »Ich weiß, ihr sucht Jesus, der gekreuzigt wurde.
 
6 Er ist nicht hier! Er ist von den Toten auferstanden, wie er gesagt hat. Kommt und seht, wo sein Leichnam gelegen hat.
 
7 Und nun geht und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist und ihnen nach Galiläa vorausgeht. Dort werdet ihr ihn sehen. Merkt euch, was ich euch gesagt habe.«
 
8 Die Frauen liefen schnell vom Grab fort. Sie waren zu Tode erschrocken und doch zugleich außer sich vor Freude. So schnell sie konnten, liefen sie zu den Jüngern, um ihnen auszurichten, was der Engel gesagt hatte.
 
9 Unterwegs begegneten sie Jesus. »Seid gegrüßt!«, sagte er. Und sie liefen zu ihm hin, umklammerten seine Füße und beteten ihn an.
 
10 Jesus sagte zu ihnen: »Habt keine Angst! Geht und sagt meinen Brüdern, sie sollen nach Galiläa kommen, dort werden sie mich sehen.«
 
 
Du hast sicherlich auch schon einmal etwas gesucht, konntest dich aber nicht mehr so ganz genau daran erinnern, wo du die Sache hingelegt hattest. Eben gerade hattest du es doch noch in der Hand --- oder vor kurzem hast du dafür extra einen Platz gesucht, wo du es bestimmt leicht wiederfinden würdest. Wenn ich nur wüsste, wo ich nun suchen soll. Blöde Situation. Irgendwie suche ich immer an den falschen Stellen. Ich finde alles Mögliche, nur nicht das, wonach ich suche.
 
Oftmals hilft es dann, wenn ich mich eine Weile hinsetze, zur Ruhe komme und in Gedanken den Ablauf der Ereignisse noch einmal genau durchgehe, auf jeden Fall Ruhe bewahre, nicht hektisch werde und gut überlege, was ich tun könnte.
 
Mit geht es so, dass mir dann meist wieder einfällt, wo ich etwas hingelegt habe, oder was ich gerade holen wollte. Wenn nicht, hilft oft nur noch beten und hören, was Gott uns antwortet.
 
Doch wie sieht es denn heute aus?
 
Du hast dir heute diese „Andacht to go“ geholt, vielleicht um etwas zu suchen? Keine Ostereier oder Osterhasen, das ist mir klar, aber suchst du heute vielleicht Jesus, Gott, eine Begegnung mit ihm, einen Beweis für die Auferstehung, Mut für die ungewisse Zukunft, Hoffnung oder ähnliches?
 
Jeder hat so seine Sorgen, die ihm den Lebensweg beschwerlich machen. Es sind die alltäglichen Sorgen, der Kummer, der mich bedrückt, der geliebte Mensch, den ich verloren habe, der Arbeitsplatz, die finanzielle Not, das Alleinsein, die kaputte Beziehung oder auch die Angst vor der Corona Pandemie, daran zu erkranken oder die wirtschaftlichen Folgen, die sich daraus ergeben. Ich suche irgendwie nach Hilfe, die mich wirklich weiterbringt.
 
Doch wo suche ich? Am richtigen Ort?
 
Schauen wir uns den Bibeltext an. Die Frauen suchen Jesus, und sie suchen ihn im Grab. Aber er ist nicht mehr da, sie suchen am falschen Ort. Was müssen die beiden Frauen tun, um eine Lösung für ihr Problem zu finden? Und ich denke, es hilft auch mir, Lösungen für meine Fragen und Probleme zu finden.
 
Zunächst einmal HÖREN die beiden Frauen. Die Frauen behalten die Ruhe, laufen nicht aufgeregt davon, nein, sie überlegen, was zu tun ist, und dabei wenden sie sich dem Engel zu, der zu ihnen redet: „Er ist nicht hier! Er ist von den Toten auferstanden, wie er gesagt hat.“
 
Die beiden Frauen hören, was Gott ihnen hier in Form eines Engels sagt. Das gibt ihnen zunächst Klarheit. Wir suchen am falschen Ort. Sie erkennen, dass Gott den Weg vorbereitet hat, der Stein vom Grab ist weggerollt und Jesus liegt auch nicht mehr im Grab drin und die Frauen hören, dass Jesus lebt. Durch das Hören auf das, was Gott ihnen sagen und zeigen möchte, kommen sie der Lösung ihres Problems schon einmal näher.
 
Sie erkennen, dass das Leben die Macht hat und nicht mehr der Tod. Jesus lebt – das hören sie von dem Engel. Das Unmögliche ist möglich geworden.  
 
Die Frauen brauchen ein wenig Zeit, um das zu begreifen, was sie dort hören.
 
Weil Gott die Menschen so sehr liebt, hat er seinen Sohn in die Welt geschickt, ihn sterben lassen und auch wieder auferweckt von den Toten, daran darf auch ich mich heute erinnern. Das ist die wichtige Osterbotschaft, die den Frauen zumindest ansatzweise deutlich wird.
 
Was mag in den Frauen vorgegangen sein?
 
Wie gehe ich nun mit solch einer Botschaft um? Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Dem Engel glauben, oder ihn für verrückt erklären und alles anzweifeln.
 
Die Frauen konnten ja mit Recht fragen: Warum sollen wir denn der Erzählung des Engels glauben? Worin liegt die rationale Begründung dieser Geschichte, der Beweis? Auch wenn davon in der Bibel nichts berichtet wird, so waren solche Fragen bei den Frauen bestimmt da.
 
Der Engel sagte: „Und nun geht und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferstanden ist.“ Aber auf wen sollen sich die Frauen vor den Jüngern berufen? Wie sollen sie argumentieren, um nicht ausgelacht zu werden. Worauf sollen sie die Glaubwürdigkeit ihres Zeugnisses stützen? Wer gibt ihnen die Autorität, so etwas zu erzählen?
 
Ich denke, das was hier gefragt ist, ist der Glaube – das „für Wahr halten“ von Dingen, die rational nicht zu erklären sind.
 
Außer ihrem Glauben haben die Frauen nichts. Ganz hart gesagt – wenn sie es weitererzählen, riskieren sie, dass sie sich lächerlich machen.
 
Sie haben nur eigenen Erlebnisse mit Jesus, die Erinnerung an das, was er gesagt hat und das Wort des Engels: „Merkt euch, was ich euch gesagt habe.“
 
Anders ausgedrückt - glaubt einfach und glaubt daran, was Gott bisher gesagt und getan hat. Das ist alles was ihr habt, wenn ihr das neue Leben in Christus finden wollt.
 
Das gilt auch für uns heute. Das neue Leben, das seit Christi Auferstehung in diese Welt hineingekommen ist, kann nur im Glauben empfangen werden. Auch wir können nur Glauben, wissenschaftliche Beweise für die Auferstehung gibt es nicht.
 
Dieser Glaube ist nicht einfach. Er braucht Mut.
 
Wir müssen uns voll auf etwas verlassen, das außerhalb von dem liegt, was wir heute erleben.
 
Und den Frauen am Grab wird es doch bestimmt nicht anders gegangen sein. Erschrocken liefen sie vom Grab weg. Herr Hilf, dass wir das glauben können, dass du wirklich auferstanden bist, dass du wirklich lebst. Herr hilf, dass die Jünger uns glauben, wenn wir es ihnen erzählen und sie uns nicht für verrückt erklären.
 
Die Frauen haben geglaubt, sie haben sich darauf eingelassen, dass das Unmögliche möglich ist, sie haben wieder Hoffnung bekommen in dieser zunächst hoffnungslosen Situation. Das Grab war leer, und sie fragten sich, was war geschehen. Sie haben auf Gott, auf den Engel gehört und haben dem ganzen Glauben geschenkt. Sie haben neue Hoffnung und neuen Mut bekommen, dass doch noch alles gut werden wird.
 
Die Frauen waren zwar einerseits zu Tode erschrocken und doch zugleich außer sich vor Freude heißt es in dem Bibeltext. Eine unbeschreibliche Freude erfüllte das Herz der Frauen, nachdem sie das Wort des Engels empfangen haben. Die Hoffnungen kehrten in einer neuen Kraft zurück. Die Frauen fanden den Sinn des Lebens wieder. Sie haben wieder ein sinnvolles Programm für ihr Leben. Ihre Erfahrung soll den Glauben anderer wecken, auch andere sollen das neue Leben finden.
 
Zunächst hatten sie nur die Worte des Engels, doch dann ist Jesus ihnen ganz persönlich erschienen. „Seid gegrüßt!“, sprach Jesus zu den Frauen. Nun haben die Frauen gefunden was sie gesucht haben. Nicht im Grab. Nicht dort, wo sie zuerst gesucht haben, aber dort, wohin Gott und ihr Glaube sie geführt hat.
 
Am Anfang sprach ich darüber, wie mühsam es ist, etwas vergeblich am falschen Ort zu suchen.
 
Vielleicht hilft uns die Osterbotschaft, dass ich auch mit meinen Problemen, für die ich Hilfe suche, dass ich mich damit auch an Gott wenden kann, auf ihn hören kann, was er mir dazu sagen möchte, in welche Richtung er mich schicken möchte, um Hilfe zu finden, damit ich am richtigen Ort das finden, was ich wirklich brauche, mein ganz persönliches neues Leben. Auf Gott hören, in der Bibel lesen und zu Gott beten ist der Weg dorthin.
 
Ostern ist das Fest des Suchens und es wird heute viel gefunden an allen möglichen Orten. Und ich möchte dort suchen, wo ich auch das Richtige finde, nämlich das neue Leben in Jesus Christus, das mich in Zukunft immer weiter fröhlich voranbringt.
 
AMEN
 
 
Bete zu Gott, entweder in einem eigenen Gebet oder diesem hier:
 
Herr, unser Gott,
 
ich danke dir, dass Jesus den Tod besiegt hat und ich dadurch wieder neue Hoffnung haben kann, nicht nur, dass auch ich nach meinem Tod auf eine Auferstehung und ein Leben nach dem Tod hoffen kann, sondern auch sonst, dass Jesus als das Licht der Welt auch in meine Dunkelheit und Sorgen und Ängste kommt. Ich möchte ihn suchen, bei dir, in deinem Wort, im Gebet, damit er auch mich führt und ich wieder neu eine Fröhlichkeit bekomme, wie die Frauen damals und ich die Hoffnung nie aufgebe, sondern an eine gute Zukunft glauben kann. Hilf mir, daran zu glauben.
 
 
 
Gott,
 
heute in der Zeit der Corona-Pandemie erleben wir auch dunkle Zeiten, schwierige Zeiten, auch hier geht es um Tod und Leben und das Leben ist ziemlich eingeschränkt. Gib allen Menschen, die Angst haben, dass sie sich dir anvertrauen und gibt ihnen allen neue Hoffnung. Danke für all die Ärzte und Pfleger, die sich in den Krankenhäusern und Pflegeheimen um die Kranken und alten Menschen kümmern, gib ihnen viel Kraft und Zuversicht in dieser schweren Zeit. Und hilf uns allen, dass wir den Mut nicht verlieren, die Hoffnung nicht aufgeben, sondern in schweren Zeiten durchhalten und dich um Hilfe bitten.
 
Danke, Gott, dass du bei mir bist und mich durch mein Leben begleitest.
 
In der Stille möchte ich dir das sagen, was mir noch auf dem Herzen liegt:         (Stille)
 
Amen
 
 
Nach der „Andacht to go“ gibt es noch Gottes Segen, den ich dir nun zusprechen darfst, wenn du dies liest:
 
 
Der Herr segne dich und behüte dich.
 
Der Herr lasse leuchten sein Angesicht über dir
 
und sei dir gnädig.
 
Der Herr erhebe sein Angesicht auf dich
 
und gebe dir seinen Frieden.
 
 
Du darfst dich freuen, dass das Leben neu beginnt, so wie aus einem Ei – wenn es ausgebrütet wird – neues Leben hervorkommt, so kommt aus der Auferstehung neue Hoffnung für uns Menschen. Das Osterei in der Tüte darfst du dir in dieser Erinnerung nun schmecken lassen.
 
 
Ich wünsche dir ein gesegnetes Osterfest
 
 
Dein Pastor Frank Karsten
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